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Geschichte des Instituts

Grafik: Sabine Keutgens

Quelle: Marynissen, Ann (2010), Van 'Deutsch-Niederländisches Forschungsinstitut' tot 'Institut für Niederlandistik": de geschiedenis van de neerlandistiek in Keulen. In: Matthias Hüning, Jan Konst & Tanja Holzhey (red.): Neerlandistiek in Europa. Bijdragen tot de geschiedenis van de universitaire neerlandistiek buiten Nederland en Vlaanderen. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann (Niederlande-Studien, 49), 131-144.

Die Niederlandistik kann in Köln auf eine 111-jährige Geschichte zurückblicken. Bereits in der städtischen Handelsschule (1905-1915), die 1919 in der neu gegründeten Universität aufging, wurden niederländische Sprachkurse angeboten, die während des Ersten Weltkrieges unterbrochen wurden. Bis 1931 war die Niederlandistik Teil der Germanistik in Köln. In diesen Jahren war Dr. Karl Menne (1873-1937) der einzige Dozent, der Vorlesungen in den Disziplinen Spracherwerb und Literaturwissenschaft gab. Bis zu seiner Erkrankung im Jahr 1935 lehrte er im neu errichteten Deutsch-Niederländischen Forschungsinstitut. Das Forschungsinstitut war eine städtische Institution, deren Verwaltung Vertreter der Universität zu Köln, der Stadt Köln und der niederländischen Regierung bildeten. Das Institut wurde 1931 errichtet und sollte an die Universität angeschlossen werden. Dies geschah bis zu seiner Auflösung im Jahre 1945 nicht. Auch im Forschungsinstitut machte sich der Nationalsozialismus sowohl im Inhalt der Vorlesungen als auch in der Personalpolitik bemerkbar. Der ab 1936 am Forschungsinstitut tätige Historiker Dr. Franz Petri (1903-1993), unterstützte die nationalsozialistische Expansionspolitik. Er verlor nach dem Kriegsende seinen Lehrstuhl an der Universität zu Köln. Prof. Friedrich von der Leyen (1873-1966), der erste Direktor des Forschungsinstituts wurde Opfer der nationalsozialistischen Diktatur, indem er auf Grund von abwertenden Äußerungen seines Amtes enthoben wurde. Er war einer der ersten Professoren, die rehabilitiert wurden, sodass er nach Kriegsende seine Tätigkeit als Lehrender an der Universität zu Köln wieder aufnehmen konnte. Auf Grund von fehlenden finanziellen Mitteln blieben nach Kriegsende die Versuche ein selbstständiges Institut für Niederländische Philologie zu errichten erfolglos. Bis 1965 blieb die Niederlandistik eine Disziplin der Germanistik beziehungsweise des Germanischen Instituts mit nordischer, niederländischer und volkskundlicher Abteilung. In dieser Zeit ist besonders Frau Dr. Martha Baerlecken-Hechtle (1907-2007) hervorzuheben, die als Lektorin am Institut tätig war. 1965 wurde das Institut für Niederländische Philologie errichtet. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Angebot weiter ausgebaut. Studierende konnten sich in der Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Landeskunde, Übersetzungsübungen und in der Sprache Afrikaans weiterbilden. 2007 gab es eine Namensänderung des Instituts, das seit 1965 am Lindenthalgürtel 15a ansässig ist: Es wurde in das Institut für Niederlandistik umgetauft.